Kleine Magie

Und jetzt schau mal: Was ist das? Ein Trio in Begleitung? Eine Meditation in Flussnähe? Ein Filmmoment meines Projekts Fermers Wanderungen? Mag alles sein – die Magie entsteht jedoch durch den Mövenflug, als wäre die Bewegung des hellen Vogels am Fluss das Signal, das Menschen und Atmosphären dieses schönen Augenblicks berührt und zusammenhält.

Herbstlaub

Immer, wenn ich in diesen Tagen größere Haufen von Herbstlaub herumliegen sehe, fällt mir ein Gedicht Stefan Georges ein, dessen 150. Geburtstag im nächsten Jahr ansteht. Ich schaue aufs Laub, und das Gedicht breitet sich in mir aus, ich höre Zeile für Zeile – und es ist noch immer das alte Wunder eines vollkommen gelungenen, leichten Stefan George-Gedichts: Sprich nicht immer/ Von dem Laub · / Windes raub ·/ Vom Zerschellen/ reifer quitten ·/ Von den tritten/ Der vernichter/ Spät im jahr./ Von dem zittern/ Der libellen/ In gewittern/ Und der lichter/ Deren Flammen/ Wandelbar.

 

Herbstspeise

Die Jagd hat längst begonnen. Daher, mein lieber O, servieren wir heute frischen Wildschweinpfeffer „im Blut gebunden“, mit einer extra-Schrotkugel, die Du hoffentlich rechtzeitig ausmachst und keineswegs schluckst.

Fermers Wanderungen 11

Vor genau vierzig Jahren, im Herbst 1977, habe ich mit der Niederschrift meines Debütromans Fermer begonnen, der im Frühjahr 1979 im S. Fischer-Verlag erschien. Und genau dieses Bild des Mainzer Rheinufers hatte ich damals vor Augen, so dass mit diesem Bild und mit dem Weg der Hauptfigur über die Brücke der Roman beginnt. Es war ein Aufbruch, dem ich bis heute nachlebe – in diesen Tagen besonders. Fermers Wanderungen greifen diesen Impuls auf: Unterwegs sein, möglichst allein, auf der Suche nach starken Augenblicken, Bildern und Szenen.

Kaffeebohnen

Während einer ICE-Fahrt (und der damit verbundenen Arbeit) werden zum öden Dallmayr-Filterkaffee plötzlich Schoko-Kaffeebohnen serviert, ohne Bestellung, einfach aus einer guten Laune des Bordpersonals heraus. Wie lange habe ich so etwas nicht mehr zum Kaffee gegessen? Jahrzehntelang nicht, ich hatte diese Kombination völlig ausgeblendet. Dabei handelt es sich um eine ideale Ergänzung: geröstete Bohnen mit einem Überzug, der den Zucker im Kaffee ersetzt.

Signale der Heimkehr

In die Heimat zurückgekehrt, erschrak ich beim nächtlichen Anblick der vorausgreifenden Zeichen, die über der Dunkelheit des Stuttgarter Schloßplatzes schwebten, als wären sie noch nicht festgetaut, sondern momentan noch reine Improvisation. Trotz dieser Vagheit begann ich aber sofort, in den Phasen der neuen Zeitrechnung zu denken: Was wäre als nächstes zu tun?

 

 

Ein Koch

Die tiefe Nachdenklichkeit des Kochs angesichts der fertigen und halbfertigen Speisen mitten in den Märkten der Hauptstadt des fernen Landes gefiel mir „über alle Maßen“. Ich hätte etwas darum gegeben, seine Gedanken genauer zu kennen und zu verstehen – und so fing ich gleich an, sie (spielerisch) zu notieren …

Der Festtag 2

Bis in die tiefe Nacht klingt der Festtag in einer der ältesten Tavernen der Hauptstadt des fernen Landes aus, nicht bevor alle Farben zum Leuchten gefunden und die Gäste vom Leuchten gesungen haben …