In den heimischen Wäldern

In den heimischen Wäldern schießen die tief stehenden beißenden Sonnen in das noch vorhandene Grün und präparieren es für den bunten Herbst. Noch ist davon kaum etwas zu sehen, nicht einmal eine Andeutung. Das Grün schleppt sich hin, erträgt den dann und wann aufbrausenden, lästigen Regen, tropft sich aus und schwingt sich mit einem letzten Aufbäumen empor. Es ist ein einziges Warten auf einen starken Vollherbst, nachdem der kostbare Spätsommer sinnlos verspielt wurde.

Tankstelle

Auf den Landstraßen des tiefen Südens begegnet man in regelmäßigen Abständen kleinen Tankstellen, an denen man den jungen Wein in mitgebrachte Behälter oder Gefäße zapfen kann. Er wird vor allem abends zur cena getrunken und steht dann in Karaffen auf dem Tisch.

Landleben

Am Sonntagmittag treffen sich die Fischer und Jäger zum festlichen pranzo in einem abgelegenen Landhaus. Die Speisen illuminieren den Herbst. So die goldgelben girasole, die mit zerhackten, frisch geernteten Nüssen gefüllt sind und in Butter mit Salbei gebadet wurden. Während der stundenlangen Mahlzeit wird auf Latein aus Vergils Landleben rezitiert, und alle tun so, als verstünden sie jedes Wort.

Jagd in den Bergen

Vom Meer aus geht es im Herbst immer wieder hinauf in die Berge. Seit einigen Jahren treiben sich dort Bären herum, deren fettes Fleisch wir nach dem Erlegen eines Tiers kurz grillen. Wir reißen es wie wilde Jäger in kleine Stücke und kauen es lange. Das Fett tropft aus den Mundwinkeln, während das blutige Fleisch einen Rauch- und Erdgeschmack entfaltet, wie wir ihn intensiver lange nicht erlebt haben.

Fischfang 2

 

Am Strand 2

Das Meer der mittelgroßen Küstenstadt ist nichts für Schwimmer oder Sportler, sondern nur für Menschen, die den Boden unter den Füßen nicht verlieren. So etwa für den Meereswanderer mit Strohhut in weißem Hemd, der mit einer Mineralwasserflasche in der Rechten im Wasser am Strand entlangwandert. An Feiertagen trägt er ein Jackett, bei Regen setzt er seine kilometerlange Wanderung mit einem Regenschirm fort. Niemand wundert sich noch über ihn, er ist eine bekannte Erscheinung. Er grüßt nicht, er hat nur die Ferne im Blick. In seinem Kopf entsteht während jeder Wanderung ein langes Gedicht. Nach seinem Weg hin und zurück rezitiert er es zum Abschluss seines Gangs, und alle, die zufällig in seiner Nähe sind, erschauern wegen der Schönheit des großen Meeresgesangs.

Fermers Wanderungen 8

In seinen Träumen erscheinen jetzt herbstliche Bilder des Südens wie dieses, das in ihm sofort die Sehnsucht weckt, den Linien darauf zu folgen und sich von den Netzen der Landschaft einfangen zu lassen. Dazu die dumpfen Schüsse der Jäger, die auf Kaninchenjagd gehen, das ängstliche Schrillen sehr kleiner Vögel und das heisere Bellen der Hunde.

Filmfestspiele Venedig

Unser Kulturkorrespondent meldet sich von den Filmfestspielen in Venedig:

Ist das nicht Kirsten Dunst? – Wer? – Kirsten Dunst? – Die da vorne? – Ja, die im gepunkteten Kleid!! – Mensch, sie ist es! – Sag ich doch: Kirsten Dunst, die Spiderman-Braut! – Das Kleid steht ihr gut, völlig gegen den Trend hier auf dem Lido! – Sie sieht fantastisch aus! Luftig, stressfrei und genau das richtige Makeup! – Welches Makeup? – Komm, wir arbeiten uns vor! Dann zeige ich es Dir aus der Nähe! – Ich ertrag das nicht! Kirsten Dunst in gepunktetem Kleid mit perfektem Makeup ist einfach zu viel!! (O-Ton der Fans)