Dagmar Fretter und Christof Hamann haben über vierzig Schriftstellerinnen und Schriftsteller nach ihren Gewohnheiten befragt – und die Antworten auf diese interessante Frage in Heft 299 der Horen (Wallstein Verlag) veröffentlicht
Im „Vorab“ schreiben sie: „Gewohnheiten sind eine besondere Ausprägung menschlichen Lebens: Sie verdanken sich nicht unbedingt dem Verstand, sondern bilden sich vor allem durch permanente Einübung aus. Auf Dauer werden sie so gleichsam zur Natur unter Bedingungen der Kultur. Damit jedoch entziehen sich Gewohnheiten unserer Aufmerksamkeit, werden >vergessen<, auch wenn unser Tagesablauf großteils auf ihrer Wiederholung beruht … In dieser Ausgabe der horen wird vielen unterschiedlichen Gewohnheiten Aufmerksamkeit geschenkt …“
Die vorliegenden Texte kann ich als eine Fortführung meiner Frage nach dem „Tagwerk des Schreibens“ verstehen: Inwiefern verdankt sich die Alltagsprosa unserer Aufzeichnungen also Gewohnheiten – sind sie literarisch animierend oder magerer Alltagsflow?
Christoph Peters konzentriert sich auf die Betrachtung japanischer Teegefäße, Marion Poschmann sondiert Grasschriften, Judith Kuckart geht auf Reisen immer wieder in Sportstudios, und Hanns-Josef Ortheil denkt darüber nach, was er „Frühmorgens, ein Leben lang“ getan hat …
Ein inspiriendes Lesebuch!
Damit verbunden wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein abwechslungsreiches Wochenende!
