Das Hörbuch der „Schwebebahnen“

In dieser Woche lese ich für Audible das Hörbuch zu den „Schwebebahnen“ ein. Ich sitze in einem schalldichten Studio, und hinter einer Trennscheibe sitzt der Aufnameleiter, der meine Lesung  verfolgt und notfalls korrigiert, in einem anderen, ebenfalls geschlossenen Raum.

Nichts entgeht ihm, nicht das Ticken meiner Uhr, nichts das Grummeln meines Magens, nicht eine leichte Oberhöhe der Stimme während eines Dialogs.

Vier bis fünf Tage wird die Lesung des ungekürzten Textes dauern. Manche Passagen erstaunen mich, da ich bestimmte Details nicht mehr präzise in Erinnerung hatte. Das Ganze ist aber ein großes Vergnügen, wie ein intensives Baden im Text, viele Stunden am Tag.

Anhören werde ich mir meine Lesung später nicht. Das habe ich noch nie getan. Fast immer erscheint es mir nämlich so, als werde der Texte nicht von mir, sondern von einem Doppelgänger gelesen. Bin ich das? Nein, nicht ganz, es ist eine Gestalt, die für mich spricht. Sie gibt sich Mühe, doch sie kommt aus anderen Landen. Den Eindruck habe ich fast immer.

Ich werde darüber noch einmal gründlicher nachdenken, während ich lese. Und ich freue mich, dass vielen Leserinnen und Lesern, die wegen eines Hörbuchs nachgefragt haben, bald geholfen werden kann.

Die Stimme des Autors zu hören, ist ein besonderes Erlebnis, wie eine Seelenmusik, ja genau, wie eine Übersetzung des Temperaments in Wort- und Satzmelodien. Manchmal erwische ich mich während der Lesung sogar dabei, dass ich mit der rechten Hand leicht dirigiere. Oder ich spiele Klavier, stummes Klavier, nur mit den Fingern. Sehr seltsam!

Hörbuch Studio
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