Ein Rubato von Bela Bartók

Ein kurzer Moment am Wochenende – ich hörte die Aufzeichnung eines Konzerts mit Víkingur Ólafsson, er spielte das Klavierkonzert von Edvard Grieg.

Danach wirkte er unruhig und fand auf der Bühne nicht so recht zurück zu sich selbst. Er verbeugte sich oft, erschien aber innerlich ortlos.

Schließlich kam er allein zurück und setzte sich vorsichtig, zögernd, noch einmal an den Flügel –

und spielte, völlig in sich versunken, ein klitzekleines Stück von Bela Bartók, aus einem Album von ungarischen Stücken für Anfänger am Klavier – Rubato.

Es war ein wunderbarer Moment. Eine hohe, leise, noch unentschlossene Stimme stellte einige Fragen: Wo bist Du? Was ist passiert? Wohin möchtest Du ziehen?