Die genaue Lektüre von Tagebüchern, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller geschrieben haben, ist für die Leserschaft „in meinen Augen“ deshalb von höchstem Interesse, weil sie Aufschluss darüber geben, wie (im Idealfall) kreative und produktive Menschen ihre Tage organisieren.
Planen sie den Ablauf? Sind bestimme Momente/ Tageszeiten/ Anläufe der Inspiration bemerkbar? Holen sie sich diese Inspirationen durch Lektüren/ Musik/ ausgedehnte Reisen? Wie strukturieren sie Zeiten des Nachdenkens oder der Meditation? Welche Personen in der näheren Umgebung tragen dazu bei, Ihr Leben zu fundamentieren? etc.
All diese Fragen führen zum zentralen Thema, der Lebenskunst! Sie ist das Stichwort für die Folge der Stunden, ihren möglichen Tiefgang, ihre oberflächlich, aber ebenso notwendig bleibenden, inspirierenden Pausen etc.
Ich empfehle an dieser Stelle Tagebücher von …
Max Frisch
André Gide
Julien Green (mein persönlicher Favorit)
Jules und Emond de Goncourt
Patricia Highsmith
Franz Kafka
Paul Léautaud
Samuel Pepys
Sylvia Plath
Jules Renard
Virginia Woolf
Es ist kein Wunder, dass besonders viele französische Tagebücher auftauchen. Denn die französische Literatur gründet besonders stark auf autobiografischen Perspektiven. Der große, frühe Inspirator dieser Tendenzen war Michel de Montaigne (mit der Erfindung seiner Essays).
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein schreibintensives Wochenende!