Das Hörbuch der „Schwebebahnen“

In dieser Woche lese ich für Audible das Hörbuch zu den „Schwebebahnen“ ein. Ich sitze in einem schalldichten Studio, und hinter einer Trennscheibe sitzt der Aufnameleiter, der meine Lesung  verfolgt und notfalls korrigiert, in einem anderen, ebenfalls geschlossenen Raum.

Nichts entgeht ihm, nicht das Ticken meiner Uhr, nichts das Grummeln meines Magens, nicht eine leichte Oberhöhe der Stimme während eines Dialogs.

Vier bis fünf Tage wird die Lesung des ungekürzten Textes dauern. Manche Passagen erstaunen mich, da ich bestimmte Details nicht mehr präzise in Erinnerung hatte. Das Ganze ist aber ein großes Vergnügen, wie ein intensives Baden im Text, viele Stunden am Tag.

Anhören werde ich mir meine Lesung später nicht. Das habe ich noch nie getan. Fast immer erscheint es mir nämlich so, als werde der Texte nicht von mir, sondern von einem Doppelgänger gelesen. Bin ich das? Nein, nicht ganz, es ist eine Gestalt, die für mich spricht. Sie gibt sich Mühe, doch sie kommt aus anderen Landen. Den Eindruck habe ich fast immer.

Ich werde darüber noch einmal gründlicher nachdenken, während ich lese. Und ich freue mich, dass vielen Leserinnen und Lesern, die wegen eines Hörbuchs nachgefragt haben, bald geholfen werden kann.

Die Stimme des Autors zu hören, ist ein besonderes Erlebnis, wie eine Seelenmusik, ja genau, wie eine Übersetzung des Temperaments in Wort- und Satzmelodien. Manchmal erwische ich mich während der Lesung sogar dabei, dass ich mit der rechten Hand leicht dirigiere. Oder ich spiele Klavier, stummes Klavier, nur mit den Fingern. Sehr seltsam!

Hörbuch Studio
Hörbuch Studio

Die erste Lesung des Neuen Jahres 2026

Am 31. Januar 2026, 18 Uhr, findet meine erste Lesung im Neuen Jahr statt – und das an einem sehr besonderen Ort, verbunden mit einem sehr besonderen Gesprächspartner.

Ich lese im Diözesanmuseum Freising aus „Schwebebahnen“ und unterhalte mich über die spirituellen Kehrseiten meines Schreibens mit dem Theologen Prof. Dr. Erich Garhammer (Universität Würzburg).

Hier erfährt man mehr über das wunderbare Museum, den Bau und seine Geschichte:

https://www.dimu-freising.de/museum/ueber-das-museum

Und hier mehr zur Lesung:

https://www.dimu-freising.de/programm/kalender/detail?tx_dimuevents_pi1%5Baction%5D=show&tx_dimuevents_pi1%5Bcontroller%5D=Event&tx_dimuevents_pi1%5Bevent%5D=472&tx_dimuevents_pi1%5Beventdate%5D=1982&cHash=75d5020877036dd9608f05315a65fa56

Allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs wünsche ich ein schönes Wochenende!

Ein Start ins Neue Jahr mit Eric Lu und Franz Schubert

Guten Morgen, mein dritter Startvorschlag für das Neue Jahr folgt einem gerade erschienenen neuen Album des Pianisten Eric Lu, das er Franz  Schuberts Impromptus gewidmet hat. (Lu hat 2025 den Chopin-Wettbewerb in Warschau gewonnen und ist bisher besonders als Chopin-Interpret hervorgetreten.)

Damit geht man nun wiederum auf eine ganz andere Reise als im Fall von Gershwin oder Beethoven. Wie sieht diese andere Reise aus? – könnte man sich fragen.

Ein Start ins Neue Jahr mit George Gershwin und Yuja Wang

George Gershwins „Rhapsody in Blue“, entstanden in den „Golden Twenties“, war eine Revolution im Konzertsaal. Aus der klassischen Form des dreiteiligen Klavierkonzerts leitete Gershwin eine neue, einsätzige Form ab: Das Klavier im Dialog mit anderen Soloinstrumenten (darunter viele Blasinstrumente).

Ein solches Stück bedarf keines Dirigenten. Es sollte von einer Person vom Klavier aus mit kurzen Zeichen dirigiert werden.

Die Pianistin Yuja Wang hat sich einen solchen Auftritt lange gewünscht. Jetzt konnte sie ihn in Wien verwirklichen. Am Klavier sitzend, spielt und dirigiert sie die „Rhapsody in Blue“.

Soweit mein zweiter musikalischer Beitrag zum Jahresbeginn: Frisch, innovativ, Staunen erregend. 

https://www.arte.tv/de/videos/120488-000-A/gershwins-rhapsody-in-blue-mit-yuja-wang/

Schwebebahnen in WDR 5

Während der Weihnachts- und Winterferien hat das Programm von WDR 5 einen Ausschnitt aus meiner Schwebebahnen-Lesung im Rahmen der Litcologne spezial gesendet. Moderiert wird die Lesung von meinem alten Freund und Kollegen Christian Schärf.

Entstanden ist ein entspanntes und teilweise amüsantes Gespräch, das Sie in gekürzter Fassung hier nachhören und verfolgen können.

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-spezial/audio-literatur-live-hanns-josef-ortheil-schwebebahnen-100.html

Eine neue Briefmarke für die Schwebebahnen

Gestern erfuhr ich, dass die Deutsche Bundespost zum 125jährigen Jubiläum der Wuppertaler „Schwebebahnen“ eine eigene Briefmarke herausgebracht hat. Das hat mich sehr gefreut, zumal es die Erinnerung an meinen neuen Roman anklingen lässt. In Zukunft werde ich meine Briefe und Karten mit dieser Marke frankieren, das dürfte nicht nur für Sammler, sondern auch für Literaturliebhaber etwas Besonderes sein.

Hier die Freudentänze aus Wuppertal, gestern frisch gemeldet:

https://www.wuppertal.de/presse/meldungen/meldungen-2026/januar/sonderbriefmarke-schwebebahn.php#&gid=1&pid=1

Schwebende Eleganz – ein Start ins Neue Jahr mit Martha Argerich

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, meine Weihnachts- und Winterpause habe ich vor allem in Venedig verbracht.

Vaporetto

Wer einige meiner dort gesammelten Eindrücke und die dazu gehörenden Fotografien verfolgen möchte, kann das auf Instagram (@hannsjosefortheil) mühelos tun.

Ich wünsche Ihnen zum Start in das Jahr 2026 viele kreative und inspirierende Ideen, die weiterführen und Neues anschieben.

Fortführen möchte ich meine Beiträge mit dem 2. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Martha Argerich spielt es, sie hat oft von der „schwebenden Eleganz“ dieses Werkes gesprochen und davon, warum sie gerade dieses entspannte und wie losgelöst wirkende Konzert Beethovens häufiger spielt als seine anderen Klavierkonzerte.

Noch eine Woche

Kurz vor Weihnachten möchte ich den Schreibwilligen unter den Leserinnen und Lesern dieses Blogs noch einige Hinweise für mögliche Geschenke geben.

Zum einen  geht es um gutes Papier, hilfreiche Kalender und Notizbücher sowie um nützliche Stifte. Da lohnt es sich sehr, die Website von CARTA PURA in München (Schellingstraße 71) zu durchforsten.

Mit ihrer Hilfe kann man (auch für Freundinnen und Freunde) vieles von dem bestellen, was das Schreiben anheizt, begleitet und fördert – Blöcke, Kladden, Klammern, Spitzer, Japanpapier (!) und die ausgefallensten Schreibwaren (unter: Hier finden Sie …, ein unbedingt lesenswertes, fachliches Verzeichnis der Angebote!):

https://www.cartapura.de/papierladen.html

Wollen Sie mit diesen wunderbaren Materialien das Schreiben (neu oder wieder?) starten, empfehle ich aus meiner eigenen Schreibwerkstatt: Den Klassiker (Nach allen Regeln der Kunst) – der auf seltene, einzigartige Weise beim Schreiben begleitet: Methodisch, Schritt für Schritt, Historisch (mit weiten Ausblicken auf die Panoramen des Schreibens und ihre Poetik) und Kreativ (mit einer Hinführung zum autodidaktischen, nicht formatierten Erfinden, aus dem Élan vital heraus).

Nach allen Regeln der Kunst

Ich wünsche Ihnen viel Freude am handwerklichen und spirituellen Verarbeiten von Ideen, Klängen, Farben und Gesten!